Gol­de­nes Zeit­al­ter? Ach was, wir leben in einem deka­den­ten, gefal­le­nen, schreck­li­chen Zeit­al­ter, das ist kein gol­de­nes Zeit­al­ter, kein Him­mel, eher so etwas wie ein höl­li­sches eiser­nes Zeit­al­ter. Nichts als Lei­den, Begrenzt­heit, Man­gel und Elend. Und oft kommt das Lei­den oder die Prü­fung ver­klei­det als Freu­de und Chan­ce. Das Glück legt sel­ten das Kleid des Lei­dens an…

Als wäre der Mensch ein ewi­ger Gefan­ge­ner – Gefan­ge­ner sei­ner Gren­zen, sei­ner Lei­den, sei­ner Gewohn­hei­ten und sei­ner eit­len Hoff­nun­gen. Kein Wun­der, dass der Mensch lie­ber das Ver­ges­sen sucht – doch die Ket­ten und Git­ter zu ver­ges­sen ist noch keine Frei­heit.

Die Wei­sen sagen, in der end­li­chen Welt der Mate­rie sei selbst die ewige Gefan­gen­schaft nur begrenzt. Wäre diese Gefan­gen­schaft wirk­lich ewig und end­gül­tig, dann hätte der Mensch nicht ein­mal eine Chan­ce auf Befrei­ung, dann würde die Regel tri­um­phie­ren über die Gnade und das Mit­ge­fühl. Doch was, wenn diese ewige Gefan­gen­schaft den­noch end­lich ist? Was, wenn sie nur so lange dau­ert, wie der Mensch mit vol­ler Absicht die Dun­kel­heit wählt? Solan­ge er statt des gött­li­chen Lichts das Zwie­licht der Illu­si­on will? Solan­ge er der Illu­si­on aus­ge­lie­fert ist? Viele machen uns Mut: Sobald die Seele sich dem Licht zuwen­det, begin­nen ihre Bande sich zu lockern. Die Fes­seln von Schick­sal, Karma und Sünde begin­nen sich zu lösen, der Pro­zess der Erleuch­tung kommt in Gang, und eines Tages erreicht der Mensch den voll­kom­men rei­nen Bewusst­seins­zu­stand. Mag sein, dass er Leben um Leben unter­wegs ist, doch am Ende erreicht er sein Ziel. Die Zeit besie­gen – das ist die Pflicht des Men­schen.

Das mate­ri­el­le All wird von nur weni­gen Fak­to­ren bestimmt: Raum und Zeit, Infor­ma­ti­on und Karma, also die Kette von Ursa­che und Wir­kung. Raum und Zeit bil­den ein kos­mi­sches Kon­ti­nu­um, und für die ein­zel­nen Seg­men­te des Rau­mes sor­gen seine maß­geb­li­chen Gestal­ten: die Göt­ter der Pla­ne­ten, die Hüter der Him­mels­rich­tun­gen, im Klei­nen aber die Her­ren der Län­der, die Häup­ter der Fami­li­en.

Die Zeit wird dem Men­schen heute einer­seits von der Unter­hal­tungs­in­dus­trie geraubt, ande­rer­seits von den His­to­ri­kern und Poli­ti­kern beherrscht, auf okkul­ter Ebene aber von den klei­ne­ren Mys­ti­kern, denn die Kennt­nis von Ver­gan­gen­heit, Gegen­wart und Zukunft ist nur eine Anfangs­stu­fe in der Reihe der mys­ti­schen Fähig­kei­ten.

Die Wis­sen­schaft ist bestrebt, die Infor­ma­ti­on zu besit­zen, doch über das, was die Men­schen wis­sen, herr­schen eher die Mei­nungs­bild­ner und die Mas­sen­me­di­en. Einst lag dies in den Hän­den der Pries­ter, in den Sonn­tags­pre­dig­ten unter­rich­te­ten sie die Men­schen dar­über, was in der Welt geschieht, und dar­über, wie man sich ver­hal­ten soll­te.

Auf kos­mi­scher Ebene ist der Spei­cher der Infor­ma­ti­on die Aka­sha-Chro­nik, das Infor­ma­ti­ons­feld, das sich hin­ter dem Schlei­er des Uni­ver­sums ver­birgt. Anders gesagt, die Mil­lio­nen kodier­ter Man­tras eines über­na­tür­li­chen Meta­wis­sens, die in jedem Schöp­fungs­zy­klus alle Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen bestim­men, die Exis­ten­zwei­se des gan­zen Alls.

Der Raum in den Hän­den der Poli­ti­ker, die Zeit im Griff der Unter­hal­tung, die Infor­ma­ti­on bei den Her­ren der Spei­cher­ein­hei­ten – als wäre jedes Ele­ment des Alls unter fal­schen Ein­fluss gera­ten. Doch wie steht es mit dem Karma? Lässt sich auch das Karma usur­pie­ren? Als gäbe es keine Schat­ten­kraft, die das Karma auf­hebt… es schlägt zu, wenn seine Zeit gekom­men ist. Der Mensch ver­gisst, das Karma ver­gisst nicht.

Wenn du dir des Rau­mes und der Zeit, der Infor­ma­ti­on und des Kar­mas bewusst bist, dann lässt sich selbst in einem zer­fal­len­den und deka­den­ten Zeit­al­ter das strah­len­de gol­de­ne Zeit­al­ter des spi­ri­tu­el­len Wachs­tums ver­wirk­li­chen. Wenigs­tens im Klei­nen.